Nacht der Geschichten, 19. Juni 2010

 

Zum Ende vom Paulussommer ist es mir ein Bedürfnis, im Namen von uns 3 Erzählenden Silvia Studer-Frangi aus Zürich, Gidon Horowitz aus Stegen / D – und von mir selber, auf diese Geschichten-Nacht zurückzukommen. Die Idee dazu entstand bereits vor einem Jahr, genauer: nach dem Samstag, 22. August 2009, als Ursula Heim an der Orgel und ich mit dem Erzählen von Palästinensichen Volkserzählungen zusammen in der Pauluskirche auftreten durften. Für den Paulussommer 2010 wurde ich von Ursula Heim schon früh angefragt – was bei mir die schon lange schlummernde Absicht wieder weckte, irgendeinmal zu dritt die drei Kulturräume mit christlich-abendländischen, jüdischen und islamischen Geschichten darzustellen. Zu diesen Geschichten habe ich durch meine Aufenthalte in Palästina einen speziellen Bezug.
Im November 2009 dann wurde der Plan konkreter: Silvia Studer-Frangi aus Zürich und Gidon Horowitz aus Deutschland – beides namhafte Märchen-Erzählende, sagten zu.
Herr Horowitz entschied sich ausschliesslich für den jüdischen Märchenschatz - Silvia Studer-Frangi und ich einigten uns auf Geschichten je aus beiden Kulturräumen, nämlich aus der christlich-abendländischen und aus der islamischen Tradition.
Unser Hauptanliegen war es, die drei Ueberlieferungen gleichwertig in den drei Erzählsprachen „Bärndütsch,  Hochdeutsch und Züritüütsch“ nebeneinander zu stellen. Deshalb entschieden wir uns auch, in den 3 Blöcken zwischen 21h und 24h jedem von uns Raum zum freien Erzählen zu geben. In dieser Art, so hofften wir, konnten wir das Verbindende der 3 Kulturen darstellen. Die drei Kulturen, denen die drei Buchreligionen zu Grunde liegen, und die sich wahrlich in ihrer Geschichte nicht durch grosse Toleranz ausgezeichnet haben.
Wir danken der Organistin Ursula Heim für ihr einfühlsames Improvisieren vor und nach den Geschichten an der Orgel, Katharina Hirt für die Kerzendekoration der Kirche und für die wunder-volle verzaubernde wechselnde Beleuchtung, Cornelia Locher und ihrem Team für die kulinarisch einmalige Orgelbar und allen andern im Hintergrund aktiv Mithelfenden – sowie natürlich auch den beiden anwesenden Kirchgemeinderätinnen sehr sehr herzlich.
Unsere Absicht war es, mit unserm Erzählen einen Beitrag zur kulturen- und religionsübergreifenden Friedensarbeit zu leisten. Wir danken der Kirchgemeinde Paulus, dass wir dazu den wunderschönen Kirchenraum zur Verfügung gestellt bekamen. Für mich als – Vieles hinterfragendes – Kirchenmitglied ist das ermutigende offene Gemeinde- und Quartierarbeit.

Sophia Berger

 

Fotos: Katharina Hirt