Suppenzmittag mit Basar, 14. November 2009

 

Eindrücke und Gedanken zum Solidaritäts- und Begegnungsanlass der Kirchgemeinde Paulus zugunsten eines Projektes in Äthiopien und eines der Schweizer Berghilfe.

 

Es ist – wie jedes Jahr – der 2. Samstag im November. Ob in der Cafeteria, im claro-Weltladen, in der Küche oder einem der Räume: Überall im Kirchgemeindehaus ist was los. An den Basar-Ständen des Arbeitskreises suchen die Gäste Jäckli für sich selbst, Weihnachtsgeschenke für die Familie, Socken, Konfitüre und viele andere Dinge zum Brauchen oder Verschenken. Mindestens so wichtig wie die Einkäufe aber sind die Begegnungen und Gespräche «zwischen Tür und Angel» bzw. «zwischen Socken und Konfitüre» - und zwischendurch ein Schwatz bei einer Tasse Kaffee in der Cafeteria.

Im Saal sind die Tische bis auf den letzten Platz besetzt. Ein grosses Team aus Freiwilligen, Kirchgemeinderäten und Mitgliedern des Paulus-Teams schöpft Suppe, serviert, sorgt für Kaffeenachschub, macht den Kuchen fürs Dessert parat, räumt Geschirr ab, spült es, bringt neues und und und...

 

Angesichts der Geschäftigkeit im Kirchgemeindehaus drängt sich der Vergleich mit einem Ameisenbau auf. Dabei hat vor allem der Arbeitskreis schon während des ganzen Jahres auf diesen Tag hingearbeitet, hat gestrickt, gebastelt, organisiert...

 

Immer wieder kommen neue Gäste, werfen als erstes einen Blick in Saal und treffen Bekannte.  Menschen, die sich sonst kaum im Quartier begegnen, treffen sich. «Wenn es in der Kirchgemeinde etwas zu essen gibt, komme ich» sagt jemand eher scherzhaft bei der Begrüssung – und trifft damit einen wichtigen Aspekt des Anlasses: Diese Art der Gemeinschaft ist ein wichtiger Teil des Kirchgemeindelebens. Es geht um die Gemeinschaft in unserem Quartier, aber auch um «den Blick über den Tellerrand hinaus» - zu den Menschen, mit denen wir in Äthiopien oder im Rahmen der Berghilfe solidarisch verbunden sind. Sowohl die Bauern, die von der Berghilfe profitieren als auch die Nomaden mit ihren Rinderherden in Äthiopien arbeiten an der Pflege, Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der Schöpfung. Mit ihnen teilen wir die Sorge um unsere Umwelt und die «Gerechtigkeit im Klimawandel».

 

Das Zusammensein, aber auch die Spenden und Erträge aus Suppenzmittag und Basar sind ein Signal dafür, dass das Wohl des anderen - ob er in Äthiopien oder in der Schweiz lebt - und der Schöpfung für unser eigenes Wohl bedeutsam ist –. Dafür stehen der Entwicklungsdienst Brot für alle mit dem Projekt in Äthiopien sowie die Schweizer Berghilfe.

Im Laufe des Nachmittags wird es langsam ruhiger. Es geht ans Aufräumen und Putzen – über die restliche Suppe freuen sich die Gäste des Passantenheims... Am Ende des langen Tages sitzen die letzten Freiwilligen noch einmal zusammen.

 

Die Beine sind müde, manchen steht die Anstrengung des Tages ins Gesicht geschrieben – aber auch die grosse Zufriedenheit, die der Einsatz gebracht hat. Sie lässt sich nicht ermessen, wohl aber das rein zahlenmässige Ergebnis: Dem Äthiopien-Projekt konnten 4419.40 Fr. und dem Berghilfeprojekt 13848.75 Fr (letzteres inklusive den Verkäufen während des Jahres) überwiesen werden.

 

Allen Gästen und vor allem an Vorbereitung und Durchführung beteiligten ein grosses Merci!

Uli Geisler

 

 

 

Fotos: Birgit Rösler