Februar 2009

 

„Mein Name ist Orgel – Paulus-Orgel“

 

„Gestatten Sie mir, mich Ihnen vorzustellen: mein Familienname ist ‚Orgel’, wie der aller meiner Verwandten auch. Mein Vorname ‚Paulus’ erst macht mich einzigartig: ich bin ein Einzelstück und genau für Ihre Kirche gebaut worden. Meine Grösse wurde berechnet nach einer Formel, die sich von der Raumgrösse ableitet, mein Aussehen ist das Resultat der Überlegungen vor allem von Architekt und Denkmalpfleger. Meinen Charakter aber, nämlich wie ich klingen und wo ich meine Stärken haben werde, das bestimmten der Orgelexperte und die Organistin. Sie gingen dabei vom Jugendstil der Pauluskirche aus und beschlossen, Raum und Orgel sollten zusammenklingen, und zusätzlich müsse ich vom Typ her eine Ergänzung sein zu all den anderen Orgeln, die es in Bern bereits gibt. Da war es nahe liegend, dass ich nach deutsch-schweizerischen Vorbildern des späteren 19. Jahrhunderts geplant wurde, mit eher dunklem, vollem Klang, rein mechanischer Spielweise und in traditioneller Kunsthandwerksarbeit, ohne modernste Technologie beiseite zu schieben, die sich aber diskret im Hintergrund hält. Meine Lieblingsmusik wird neben der von Bach (was ja jede grössere Orgel können muss) die der deutschen Romantik sein: Mendelssohn, Reger und Rheinberger, Musik mit grossen melodischen Bögen und Emotionen. Ich freue mich darauf, Sie Ihnen vorzusingen.“

 

Ursula Heim

 

An Ostern 2009 kann die Kirchgemeinde Paulus ihre neue Orgel in Betrieb nehmen. Mit einer Festwoche und einem Orgel-Jahr feiern wir diesen Anlass. Näheres siehe www.pauluskirche.ch/1797.html