Es gilt das gesprochene Wort
Bericht Restauration Pauluskirche:
Konservierung, Restaurierung und Rekonstruktion der dekorativen Ausstattung:
Seitenwände - Rückwand - Rippen und Gewölbeflächen des sternförmigen Kreuzgewölbes
Im Zuge des Orgelneubaus wurden auf der Orgelempore (Chorempore) stratigraphische Untersuchungen an den Wänden, den Rippen und an den Gewölbezwickeln durchgeführt. Die ersten stratigraphischen Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die originale Polychromie mit den dazugehörigen Reliefs relativ gut erhalten hat.
Zusammenfassend können wir festhalten, dass auf allen untersuchten Elementen die gleiche, durchaus freilegbare Schichtenabfolge gefunden werden konnte. Diese Überarbeitungen gehören zur Renovationsphase von 1969/1970.
• An den Rippenbogen konnten repetitive Elemente, ein sogenannter Rapport, der jeweiligen Dekoration gefunden werden, so dass eine Rekonstruktion (Neubemalung) möglich ist. Diese Dekorationen werden zusammen mit den Gewölbefeldern neu auf den bestehenden Malgrund aufgetragen.
• Im Sockelbereich der Wände konnte kein Rapport nachgewiesen werden. Dieser Bereich kann deshalb nicht kopiert und neu gemalt werden. Diese Dekorationen, ein Blattmotiv entsprechend der Motive der Glasfenster auf der Empore, werden nun freigelegt, konserviert und als Original gezeigt.
Bei diesen Arbeiten ist die Fachkompetenz und Erfahrung des Restaurators unumgänglich. Das Erstellen einer Machbarkeitsstudie und das Entwickeln des Arbeitskonzepts waren Voraussetzung für die Arbeiten, die nun in Zusammenarbeit mit den Malerfirmen, die ihre Dienste als Sponsoring zur Verfügung stellen, umgesetzt werden. Ein primäres Anliegen ist uns dabei, dass junge, angehende Berufsleute für die Vielfalt der traditionellen dekorativen Maltechniken gewonnen und für die denkmalpflegerische und restauratorische Arbeit sensibilisiert werden können.
Bern, 3. November 2008
Michael Fischer-Scherler




