Medienmitteilung

Sperrfrist Montag 10. November, frei zur Veröffentlichung ab 10 Uhr

 

Malerlehrlinge erneuern den Jugendstil der Pauluskirche

 

 

Die Berner Pauluskirche gehört zu den bedeutendsten Jugendstilbauten der Schweiz. Mit dem Neubau der Orgel erfolgt eine Restaurierung, um im Innern die frühere Stimmung wieder herzustellen. Die Arbeit leisten Lehrlinge von sechs Berner Malerbetrieben – gratis. Zugleich lernen sie dabei, traditionelle Dekorationstechniken auszuführen.

 

Die Pauluskirche im Berner Länggass-Quartier ist eine der bedeutendsten Sakralbauten des Jugendstils in der Schweiz. Der 1902 bis1905 von Architekt Karl Moser gestaltete Kirchenbau sei von einer alles übergreifenden gestalterischen Idee durchdrungen, urteilt Jürg Keller, Denkmalpflege Stadt Bern. Blaue und blaugrüne Farbtöne, aber auch Gold in einer reichen Dekorationsmalerei bestimmten das Farbklima.

 

Gut hundert Jahre später arbeiten Malerlehrlinge daran, diese Stimmung wieder aufleben zu lassen. «Sechs Berner Malerbetriebe stellen die Arbeitskräfte gratis zur Verfügung», sagt dazu Thomas Egger, Geschäftsführer Maler Pfister. Er koordiniert den Einsatz von sieben jungen Frauen und Männern der Malereien Burkhard & Co., Gümligen, Heiz Malerei AG, Bern, Maler Pfister AG, Bern, Stöckli + Partner AG, Zollikofen, Malerei B.Tanner GmbH, Bern, und Rettenmund Ulrich AG, Bern. Ihr Werk wird den Hintergrund für die neue Orgel bilden, die bis Ostern 2009 in der Pauluskirche eingebaut wird. «Eine solche Rückführung ist eine anspruchsvolle und interessante Arbeit, die viel Know-how erfordert», würdigt Egger die Aufgabe der Jungen.

 

Blau sei die Farbe des Himmels, freut sich Heinrich Meyer-Reichenau, Präsident Kirchgemeinderat Paulus, über die Restaurationsarbeiten. Zugleich werden zwei bei einer früheren Veränderung versetzte Fenster wieder an den ursprünglichen Platz gerückt. Im Budget von knapp 1,5 Millionen Franken für den Ersatz der alten Orgel – wovon 340'000 Franken durch die Kirchgemeinde selber aufgebracht werden mussten – haben diese Wiederherstellungsarbeiten aber keinen Platz gehabt. Dank privatem Engagement seien jetzt aber die nötigen Gelder beisammen, dankt Heinrich Meyer-Reichenau allen Spenderinnen und Spendern.

 

Bei der Vorbereitung der Restauration wurden an den Rippenbogen repetitive Elemente, ein sogenannter Rapport, der jeweiligen Dekoration in Blau, Schwarz, Grau und Gold gefunden. Das erlaube eine Rekonstruktion, also Neubemalung, erläutert Restaurator Michael Fischer. Im Sockelbereich der Wände werden die Dekorationen freigelegt, konserviert und als Original gezeigt. Alle diese dekorativen und denkmalpflegerischen Arbeiten könnten nicht durchgeführt werden, wenn nicht sechs Berner Malerbetriebe die nötigen Arbeitskräfte zu Verfügung stellen würden.

 

Mit ihrem Geschenk verbinden die Malermeister, die sich gerne an ähnliche besondere Arbeiten in ihrer Lehrzeit erinnern, zwei Ziele. «Bei dieser Arbeit kann optimal Theorie und Praxis vernetzt und Erfahrung gesammelt werden. Zugleich wecken wir Freude am Beruf», sagt Urs Schüpbach. Der vom Restaurator begleitete Malermeister mit Zusatzausbildung im Bereich Denkmalpflege leitet die Baustelle mit den jungen Berufsleuten. Beides sei wichtig: «In der Lehre lernen sie u. a. das Herstellen von Schablonen leider meistens bloss in Ausbildungskursen. In der Pauluskirche lernen sie kaum mehr bekannte Techniken anzuwenden oder freihändig ein Ornament dutzende Male als Fries zu malen. Mit der Restaurierung erbringen sie zugleich eine einmalige Arbeit für dieses Jugendstiljuwel der Schweiz.»

 

 

Kontakt und Rückfragen:

 

Thomas Egger,  031 385 77 77; 079 208 97 55, t.eggermaler-pfister.ch

Michael Fischer, 031 311 68 20; 079 646 74 04, michael.fischerdatacomm.ch

Jürg Keller, 031 321 60 94, juerg.kellerbern.ch

Heinrich Meyer-Reichenau, 031 302 82 22, heinricha.meyerbluewin.ch

Urs Schüpbach, 031 385 77 77; 079 408 34 25, maler.schuepbachbluewin.ch

 

Medienkontakt:

Urs Walter, Kommission für Öffentlichkeitsarbeit Kirchgemeinde Paulus, Freiestrasse 39, 3012 Bern, Telefon 031 305 40 10 (G)